Einige Worte zu den Ereignissen des 18. Mai

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag haben wir uns an den offensiven Aktionen gegen die Polizei im Raum der Reitschule beteiligt. Der heutige Schritt sehen wir als notwendige Antwort auf die jüngsten Repressionen im Raum Bern. Heute war unsere Wut so gross, dass sich die Polizei mehrmals zurückziehen musste. Dies sehen wir als Zeichen des Erfolgs und als eine aufkommende Motivation, sich weiterhin Staat und Polizei in den Weg zu stellen.

Wir, das sind Menschen, die sich mit dem geräumten Fabrikool solidarisieren. Hierbei wollen wir darauf aufmerksam machen, dass das Fabrikool im Rahmen der militanten Aktionen rund um die Effy29 Räumung erkämpft werden konnte. Die staatliche Angst vor neuen Auseinandersetzung führte letzten Endes dazu, dass das Fabrikool nicht geräumt wurde. Die heutigen Aktionen sollen die Zeit um die Effy29 Räumung wieder in Erinnerung rufen. Jede Räumung hat ihren Preis!
Die Fabrikool Räumung stellen wir in den Kontext einer repressiven Aufrüstung, die in den letzten Monaten stattfand. So wurden rund um die Reitschule wiederholt Razzien durchgeführt, Menschen durch die Polizei bedroht und schikaniert, sowie beinahe politische Sprayer*innen und Gäste der Reitschule von einer zivilen Streife überfahren. Auch auf juristischem Weg versucht der Staat zuzuschlagen. So erhalten aktuell dutzende Menschen Strafbefehle für die eingekesselte Afrin Demo vom letzten Jahr. Mit dem neuen Polizeigesetz warten weitere repressive Pfeile im Köcher von Justiz und Polizei.
So verzweifelt der Staat auch versucht uns zu unterdrücken und uns zu zerschlagen, manifestiert sich der Widerstand gegen die jüngste Repression auf verschiedene Arten und Wege. Heute war es mit Steinen und brennenden Barrikaden, seit Monaten sind es Blumen auf dem Waisenhausplatz für den ermordeten K. und demnächst können es neue Besetzungen sein.
Die Kraft und Energie, die wir heute erfahren haben werden wir in unsere zukünftigen Kämpfe tragen. Gleichzeitig brauchen solche Angriffe auch eine Phase der Reflexion und Kritik. So können wir nicht für eine herrschaftsfreie Welt kämpfen, wenn an solchen Abenden sexistische Äusserungen und Handlungen von Einigen an den Tag gelegt werden und Selbstinszenierung als zentraler Grund für solche Aktionen angesehen wird.

Wir grüssen die Verhafteten in Indonesien
Wir grüssen alle, die aktuell von der Repression der Afrin-Demo betroffen sind
Wir grüssen alle Menschen, mit denen wir uns viel zu selten solidarisch zeigen.


„Bezugsgruppe Rhabarber“